Kirchenbau in Freiburg-Haslach

 
Vom 21. April 1988 bis 23. März 1996 dauerte – mit jeweils größeren Unterbrechungen – die Neugestaltung der Kirche St. Michael in Freiburg-Haslach. Davor gab es eine Zeit der Suche nach der besten Lösung. Auch fast sieben Jahre währte diese entferntere Vorbereitung. Das Kirchengebäude stand im Mittelpunkt des Gemeindelebens. Dies war früher auch schon so. Es ist sicher aufschlussreich, eine Chronik des Kirchenbaus im Überblick darzustellen.
 
26. Dezember 786
Sehr früh wird Haslach als Dorf in einer Urkunde vom 26.12.786 zum ersten Mal genannt. Es ist nach Auskunft von Prof. Dr. Hugo Ott die drittälteste Erwähnung im südbadischen Raum.
 
14. Juli 1006
Kaiser Heinrich II. schenkt Propt Otim von Basel Besitzungen in Bellingen und Hasela.
 
1250
In diesem Jahr wird zwischen Freiburg und Haslach ein Gutleutehaus erbaut. Wer eine ansteckende Krankheit hatte, wurde dort untergebracht.
 
1268
Albert, der Große, der berühmte Theologe des Mittelalters, weiht den Hochaltar in der Kapelle des Gutleutehauses ein. Dies ist somit der erste Gottesdienstraum auf Haslacher Gebiet, der urkundlich bezeugt ist.
 
1275
Zum ersten Mal wird ein Pfarrer von Haslach (Plebanus de Hasela) urkundlich erwähnt. Man darf annehmen, dass in Haslach dann auch ein Kirchengebäude errichtet wurde, wenn ein Pfarrer hier seinen Wohnsitz hatte. Damals waren die Kirchengebäude meist die einzigen mit Steinen gemauerten Häusern inmitten der Lehmhäuser. Sie dienten zugleich als Zufluchtsorte bei Gefahr durch Feinde.
 
1556
Haslach gehört zur Herrschaft Badenweiler und wird evangelisch. Die Kirche dient dem evangelischen Gottesdienst. Sie wurde vom ersten evangelischen Pfarrer Collowitz so benutzt, wie sie war.
 
1618 - 1648
Freiburg wird im Dreißigjährigen Krieg fünfmal belagert. Große Zerstörungen gibt es auch in den umliegenden Ortschaften. Hier lagern die feindlichen Heere. Dabei wurden oft die Kirchengebäude nicht geschont.
 
3.-5. August 1644
Es tobt die Schlacht um den Lorettoberg. Haslach liegt total in Ruinen.
 
1660 - 1663
Die Haslacher Kirche wird wiederaufgebaut. Eine Besonderheit dabei ist, dass das Kloster Allerheiligen/Freiburg, das zum Kloster St. Märgen gehört, baupflichtig ist. Ein Kloster baut also die Pfarrkirche einer evangelischen Gemeinde wieder auf.
 
18. September 1663
Einweihung der neu gestalteten Kirche unter Teilnahme des Abtes vom Kloster Allerheiligen.
 
1677 (Herbst)
Die französischen Truppen Ludwig XIV., des Sonnenkönigs, belagern Freiburg.
 
1740 - 1748
Während des Österreichischen Erbfolgekrieg wird die Haslacher Kirche Lazarett, ebenso das Pfarrhaus.
 
1866
Eine Anzahl Katholiken sind nach Haslach zugezogen. Sie werden von St. Johann aus betreut. Jetzt wird das ”Kleine Kirchle” errichtet. Als Schutzpatron wird der hl. Michael gewählt. Die Kapelle des Gutleutehauses eingerechnet, ist dies der dritte Kirchenraum in Haslach.
 
5. Mai 1904
Auf Initiative von Kurat Carl Kistner genehmigt das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg den Bau einer größeren Kirche in Haslach.
 
1904 (November)
Ein Entwurf für das Kirchengebäude wird in Auftrag gegeben.
 
19. Juli 1905
Der Kirchenbau wird durch das Erzbischöfliche Ordinariat genehmigt.
 
28. Juli 1907
Man feiert die Grundsteinlegung.
 
17. Oktober 1909
Erzbischof Dr. Thomas Nörber weiht die neue St.-Michaels-Kirche in ihrem ersten Bauabschnitt ein. Es gibt noch keinen Turm, sondern nur einen Dachreiter für eine Glocke.
 
16. Dezember 1951
Die Gemeinde ist gewachsen. Ein Gutachten zeigt die Notwendigkeit der Kirchenerweiterung auf.
 
16. Mai 1954
In einer Feierstunde begeht man den Beginn der Bauarbeiten zum zweiten Bauabschnitt (Erweiterung).
 
15. November 1954
Man feiert das Richtfest des zweiten Abschnitts.
 
8. Januar 1956
Benediktion der Kirchenerweiterung durch Erzbischof Dr. Eugen Seiterich.
 
1969 (Weihnachten)
Der Altarraum ist entsprechend der erneuerten Liturgie umgestaltet worden (Rückwand, Priestersitz, Zelebrationsaltar).
 
3. April 1972
Nach Entwürfen von Emil Wachter werden Wandbehänge von Gemeindemitgliedern gefertigt.
 
24. Januar 1983
Der Wunsch der Gemeinde, den Kirchenraum neu zu gestalten führt zum ersten Schritt:: Genehmigung einer Planungsrate.
 
17 - 24. Oktober 1984
Als Vorinformation zur Neugestaltung findet eine Gemeindefahrt nach Florenz statt. Pfarrer Carl Kistner schreibt nämlich in einem Kirchenführer, dass die St.-Michaels-Kirche ”nach dem herrlichen Vorbild von San Miniato in Florenz” gebaut sei.
 
17. November 1984
Der Pfarrgemeinderat besichtigt neu renovierte Kirchen in Karlsruhe, Bammental und Heidelberg.
 
27. Juni - 2. Juli 1985
Eine weitere Gemeindefahrt führt zu den romanischen Kirchen in Köln, Soest und Hildesheim.
 
21. April 1988
Helmut Lutz, der Breisacher Künstler, der aus unserer Gemeinde kommt, stellt sein Modell vor.
 
22. Juli 1989
Der ”Hochaltar” wird fertig gestellt. Drei Säulen werden in der Apsis eingesetzt.
 
24 Januar 1992
Der Chorraum wird ausgemalt: Fensterumrahmung und kleine Apsis.
 
12. April 1992
Als erste Konche wird der sechste Schöpfungstag gestaltet.
 
11 Januar 1993
Im Kirchenschiff steht das Gerüst. Die Malerarbeiten werden fertig gestellt.
 
18. April 1993
Zum ersten Mal feiert man Erstkommunion innerhalb der neuen Altarinsel.
 
11. August 1993
Das Bild vom fünften Schöpfungstag wird in der linken vorderen Konche geschaffen.
 
26. September 1993
Der neue Altar wird durch Weihbischof Wolfgang Kirchgässner eingeweiht.
 
14. April 1994
Der dritte Schöpfungstag entsteht.
 
23. August 1994
Die Konche mit dem ersten Schöpfungstag ist fertig gestellt.
 
12. Oktober 1994
Das Bild vom vierten Schöpfungstag ist vollendet.
 
8. November 1994
Der zweite Schöpfungstag ist gestaltet.
 
4. Dezember 1994
Erzbischof Dr. Oskar Saier weiht anlässlich der Firmung das neue große Kreuz über dem Altar.
 
10. Februar 1995
Die südliche Seitentüre erhält die Marienfigur aus der Kreuzigungsgruppe. Damit heißt der Seiteneingang: Marienportal. Die Konche ist mit drei Motiven aus dem Leben Mariens gestaltet.
 
24. März 1995
Das Johannesportal und die Johanneskonche sind gestaltet.
 
22. November 1995
Am Eingang ist die Michaelskonche fertig gestellt.
 
26. Februar 1996
Die letzte Konche zeigt das Thema Luzifer.
 
1997 (Frühsommer)
Hauptportal und gro8e Eingangstreppe werden fertig gestellt.
 
29. Mai 1997
Fronleichnam im Hauptportal – Einweihung von Treppe und Vorraum.
 
  
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